Ambient III: Mit Alan Turing durch das Uncanny Valley – Matthias Zoeller
musik altonale
14.06., 16 Uhr
Christianskirche
Wie lässt sich erkennen, ob eine Maschine denkt oder sogar Bewusstsein hat? Alan Turing beantwortete diese Frage 1950 so: Wenn wir im Gespräch keinen Unterschied mehr zwischen Mensch und Maschine feststellen können, hat die Maschine den später nach ihm so benannten Turing-Test bestanden. Er selbst nannte diesen Test ursprünglich Imitation Game. Doch während Sprache uns täuschen kann, reagiert unsere Wahrnehmung möglicherweise empfindlicher. Im Jahr 1970 beschrieb der japanische Robotikforscher Masahiro Mori hypothetisch das „Phänomen des unheimlichen Tals“. Es beschreibt den Moment, in dem menschenähnliche Maschinen plötzlich Unbehagen auslösen – gerade weil sie uns einerseits zu ähnlich sind, aber andererseits nicht vollkommen überzeugen. Zwischen Imitation und Irritation entsteht möglicherweise die Spannung einer Illusion von Vertrautheit und dem Gefühl des Fremden.
Mit der Anwendung generativer künstlicher Intelligenz im Bereich der Musikproduktion werden diese Fragestellungen (neben vielen anderen) auch für die Musik relevant. Zu dieser Veranstaltung werden KI-generierte und herkömmlich produzierte Ambient-Musikbeispiele vorgestellt und die Möglichkeit zur Diskussion geboten.
